Illegaler Heimtierhandel in Deutschland

Illegaler Heimtierhandel in Deutschland

· 2026-05-13

Illegaler Heimtierhandel in Deutschland: Alarmierende Zahlen für 2025

Der illegale Handel mit Heimtieren stellt weiterhin eine massive Herausforderung für den Tierschutz in Deutschland dar. Nach aktuellen Angaben des Deutschen Tierschutzbundes vom 05.05.2026 sind die Fallzahlen im Jahr 2025 erneut gestiegen. Insgesamt wurden mindestens 2.250 Tiere in 257 Fällen des illegalen Heimtierhandels entdeckt. Diese Entwicklung markiert eine erneute steigende Tendenz, nachdem nach den Rekordzahlen während der Pandemie zunächst ein Rückgang zu verzeichnen war.

Die betroffenen Tiere und Arten

Die Aufschlüsselung der sichergestellten Tiere zeigt ein breites Spektrum an betroffenen Arten. Den größten Anteil unter den Säugetieren machen Hunde aus. Von den insgesamt entdeckten Tieren entfielen 598 auf Hunde und 56 auf Katzen. Besonders betroffen waren dabei bestimmte Rassehunde. Zwergspitze, Malteser und Pudel standen häufig im Fokus der Händler.

Doch der illegale Handel beschränkt sich nicht nur auf klassische Haustiere. Eine erhebliche Anzahl von 1.596 Tieren anderer Arten wurde ebenfalls beschlagnahmt. Die Liste der betroffenen Spezies ist vielfältig und umfasst unter anderem Landschildkröten, Vogelspinnen, Koikarpfen sowie verschiedene Vogelarten. Besonders erschreckend ist der Fund von Wildtieren, die nicht als Heimtiere geeignet sind. Unter den sichergestellten Tieren befanden sich 6 Affen, 2 Zebras, 1 Serval und 1 Antilope. Diese Zahlen unterstreichen die Dimension des Problems, wobei die Dunkelziffer als enorm eingeschätzt wird.

Herkunft und regionale Schwerpunkte

Bei der Herkunft der illegal gehandelten Tiere zeigen sich klare Muster. Die Tiere stammen überwiegend aus dem Ausland. Rumänien wurde zum zehnten Mal in Folge als häufigstes Herkunftsland identifiziert. Auch Bulgarien spielt eine wesentliche Rolle als Ursprungsland für die illegal importierten Tiere.

Innerhalb Deutschlands verteilen sich die Fälle nicht gleichmäßig. Die meisten Fälle des illegalen Handels wurden in Bayern, Sachsen und Hamburg registriert. Diese Regionen stellen somit besondere Hotspots für die Aufdeckung solcher Vergehen dar. Dr. Romy Zeller vom Deutschen Tierschutzbund bringt die Situation auf den Punkt und stellt fest, dass der skrupellose Handel unaufhörlich weitergeht.

Onlinehandel und politische Forderungen

Ein Großteil dieses Geschäftsmodells verlagert sich zunehmend ins Internet. Der Handel läuft oft anonym und schnell ab, was die Kontrolle erschwert. Der Deutsche Tierschutzbund fordert daher ein klares Verbot des Onlinehandels mit Tieren. Sollte ein solches Verbot nicht umgesetzt werden, müssen mindestens strengere Vorgaben gelten.

Konkret fordert die Organisation, dass Händler ihre Identität nachweisen müssen. Zudem sollen Portalbetreiber in die Pflicht genommen werden, Anzeigen vor der Freischaltung zu prüfen. Dies soll verhindern, dass Lebewesen wie Waren in digitale Körbe gelegt werden können. Auf europäischer Ebene gibt es bereits Bewegungen: Das EU-Parlament hat eine EU-weite Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht beschlossen, bekannt als Cats and Dogs-Verordnung.

Finanzielle Lage der Tierheime

Neben der Bekämpfung des Handels steht auch die Versorgung der gefundenen Tiere im Fokus. Die Tierheime in Deutschland befinden sich an ihren finanziellen Grenzen. Die Aufnahme und Versorgung der sichergestellten Tiere bindet erhebliche Ressourcen. Trotz dieser Belastung hat der Bundeshaushalt für das Jahr 2026 keine Gelder für Tierheime vorgesehen. Dies verschärft die Situation für die Organisationen, die sich um das Wohl der Tiere kümmern.

Die Politik muss angesichts dieser Entwicklungen endlich handeln. Die steigenden Zahlen aus dem Jahr 2025 zeigen, dass bisherige Maßnahmen nicht ausreichen, um das Leid der Tiere zu beenden. Nur durch strenge Kontrollen, ein mögliches Verbot des Onlinehandels und eine bessere finanzielle Ausstattung der Tierheime kann dem illegalen Handel effektiv begegnet werden.

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