Großbritannien plant Ausstieg aus CO₂-Betäubung

Großbritannien plant Ausstieg aus CO₂-Betäubung

· 2026-10-30 · Quelle ↗

## Großbritannien prüft das Ende der CO₂-Betäubung bei Schweinen

Die britische Regierung hat am 26. Oktober 2026 eine öffentliche Konsultation zum Ausstieg aus der Betäubung von Schweinen mit hochkonzentriertem Kohlendioxid gestartet. Zur Debatte steht ein schrittweiser Ausstieg aus dieser Methode. Die Konsultation läuft bis zum 21. Dezember 2026.

Wichtig ist die juristische Einordnung: Bislang handelt es sich um einen Regierungsplan und ein offenes Beteiligungsverfahren, nicht um ein bereits geltendes Verbot. Gefragt wird auch nach einer möglichen Übergangsfrist, den Folgen für die Betriebe und der praktischen Umstellung.

## Warum CO₂ in der Kritik steht

Das britische Animal Welfare Committee hat die wissenschaftliche Literatur, Erfahrungen aus der Praxis und mögliche Alternativen untersucht. Das Gremium kommt zu dem Ergebnis, dass hohe CO₂-Konzentrationen für Schweine aversiv sind und ihnen starke Schmerzen und erheblichen Stress verursachen können, bevor sie das Bewusstsein verlieren.

Die Methode ist in Großbritannien weit verbreitet. Nach der im Expertengutachten zitierten Erhebung des britischen Lebensmittelamts von 2024 werden 90 Prozent der Schweine in England und Wales mit hochkonzentriertem CO₂ betäubt. Das Gutachten nennt entsprechende Anlagen in acht Betrieben in England, drei in Nordirland und einem in Schottland; in Wales wurde keine solche Anlage erfasst.

## Welche Alternativen werden geprüft?

Die Regierung nennt unter anderem Inertgase wie Argon und automatisierte elektrische Betäubung. Das Expertengremium weist zugleich darauf hin, dass auch alternative Systeme praktische und tierschutzfachliche Herausforderungen haben. Bei elektrischen Verfahren können etwa Vereinzelung, Handling und Fixierung belastend sein; bei Inertgasen bestehen technische Anforderungen und längere Einwirkzeiten.

Deshalb reicht es nicht, lediglich ein Gas durch ein anderes Verfahren zu ersetzen. Eine Umstellung muss nachweislich das gesamte Tierwohl verbessern – von der Führung der Tiere bis zum sicheren Eintritt der Bewusstlosigkeit.

## Ein wichtiger Schritt, aber noch kein Verbot

Dass die britische Regierung den Ausstieg offiziell zur Debatte stellt, ist ein bedeutendes Signal. Jetzt kommt es darauf an, aus dem Verfahren eine verbindliche Regel mit einer möglichst kurzen, realistischen Übergangsfrist zu entwickeln. Der Schutz der Tiere darf dabei nicht hinter wirtschaftlichen Interessen oder technischen Gewohnheiten zurückstehen.

Quellen:

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