Zwei Przewalski-Fohlen in Kasachstan geboren
Im Alibi-Zentrum zur Wiederansiedlung wild lebender Huftiere im staatlichen Naturreservat Altyn Dala sind zwei Fohlen von Przewalski-Pferden zur Welt gekommen. Die Geburten gelten als wichtiger Meilenstein eines internationalen Programms, das die gefährdete Art in einen Teil ihres historischen Verbreitungsgebiets zurückbringen soll.
Das erste Fohlen wurde am 22. August 2026 geboren. Seine Mutter ist die siebenjährige Stute Tessa, die 2024 aus dem Tierpark Berlin nach Kasachstan gebracht worden war. Das zweite Fohlen stammt von der Stute Umbra. Ein genaues Geburtsdatum nennt der Bericht nicht. Das kasachische Ministerium für Ökologie und natürliche Ressourcen meldete die zweite Geburt Anfang September 2026.
Fachleute beobachten die Gesundheit und das Verhalten der beiden Stuten und ihrer Jungtiere. Nach Einschätzung der Verantwortlichen zeigen die Geburten, dass sich die aus europäischen Erhaltungszentren stammenden Pferde an die Bedingungen der kasachischen Steppe anpassen und erfolgreich fortpflanzen.
Wiederansiedlung begann 2024
Das Programm startete 2024 mit sieben Przewalski-Pferden aus Europa. Weitere sieben Tiere kamen 2025 nach Kasachstan. Im Jahr 2026 folgten acht Pferde. Bis 2029 sollen insgesamt ungefähr 40 Tiere in das Land gebracht werden.
Im Juni 2026 trafen vier zusätzliche Przewalski-Pferde im Reservat Altyn Dala ein. Sie waren aus europäischen Erhaltungszentren transportiert worden und wurden schrittweise auf ihre neue Umgebung vorbereitet.
An dem Vorhaben beteiligt sind der Ausschuss für Forstwirtschaft und Wildtiere des kasachischen Ministeriums für Ökologie und natürliche Ressourcen, der Zoo Prag, die Vereinigung zur Erhaltung der biologischen Vielfalt Kasachstans, die Zoologische Gesellschaft Frankfurt, der Tiergarten Nürnberg, der Tierpark Berlin und der ungarische Hortobágy-Nationalpark. Wissenschaftliche und tiermedizinische Unterstützung leistet das Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung.
489.000 Hektar geschützter Lebensraum
Das staatliche Naturreservat Altyn Dala liegt im südlichen Teil des Gebiets Kostanai. Es wurde wegen seiner ergiebigen Weideflächen, dauerhaft vorhandenen Wasserquellen und seines Schutzstatus für die Wiederansiedlung ausgewählt. Das Reservat umfasst 489.000 Hektar und bietet den Pferden ausreichend Raum zur freien Bewegung.
Die Tiere werden dort nicht dauerhaft eingesperrt. GPS-Halsbänder ermöglichen es den Fachleuten, ihre Bewegungen, ihre Gesundheit und ihre Eingliederung in den Lebensraum zu verfolgen. Diese wissenschaftliche Begleitung soll Erkenntnisse darüber liefern, wie die Pferde mit den Bedingungen in der Steppe zurechtkommen.
Vor jedem Transport wurden die Tiere umfassend genetisch und gesundheitlich untersucht. Bei der Auswahl berücksichtigten die Verantwortlichen insbesondere die genetische Vielfalt, eine ausgewogene Zusammensetzung verschiedener Altersgruppen und Geschlechter sowie die Fähigkeit der einzelnen Pferde, sich an ein Leben in freier Wildbahn anzupassen. Ziel ist der Aufbau einer gesunden und widerstandsfähigen Population.
Rückkehr der letzten überlebenden Wildpferdeart
Das Przewalski-Pferd wird in Kasachstan als „kerqūlan“ oder „kertaqy“ bezeichnet. Es gilt als letzte überlebende Wildpferdeart. Im 20. Jahrhundert verschwand die Art aus der freien Wildbahn. Ihr Fortbestand wurde durch Zuchtprogramme in menschlicher Obhut gesichert. Spätere Schutzvorhaben ermöglichten die Rückkehr in Teile des historischen Verbreitungsgebiets.
Die beiden Geburten sind deshalb mehr als ein zahlenmäßiger Zuwachs. Sie belegen, dass Fortpflanzung unter den Bedingungen des ausgewählten Lebensraums möglich ist. Zugleich besteht das Programm nicht allein aus Transporten und Geburten: Genetische Auswahl, gesundheitliche Untersuchungen, geschützter Lebensraum und die fortlaufende Beobachtung der Tiere gehören gleichermaßen zum Vorgehen.
Was die Geburten für den Tierschutz bedeuten
Für den Tierschutz zeigt das Projekt, dass eine Wiederansiedlung sorgfältige Vorbereitung und langfristige Zusammenarbeit benötigt. Entscheidend sind nicht nur die Zahl der Tiere, sondern auch ihre Gesundheit, genetische Vielfalt, Anpassungsfähigkeit und die Beschaffenheit des Lebensraums.
Leserinnen und Leser können das Vorhaben unterstützen, indem sie Informationen aus überprüfbaren Quellen weitergeben und die Entwicklung des Programms bei den beteiligten Behörden, Forschungseinrichtungen und zoologischen Einrichtungen verfolgen. Meldungen über einzelne Geburten sollten dabei als bedeutende Etappen eingeordnet werden, nicht als Abschluss der Wiederansiedlung.
Quelle
Quellen: The Astana Times / Ministerium für Ökologie und natürliche Ressourcen Kasachstans | Weitere Infos
