Wellensittiche haben ein menschenähnliches Sprachzentrum im Gehirn
Wer kennt es nicht: Der Wellensittich beim Nachplappern. Aber dahinter steckt mehr als bloße Imitation – eine Entdeckung, die unser Bild von Vogelintelligenz auf den Kopf stellt.
Die Studie
Forschende der NYU Langone Health (New York University) unter der Leitung von Dr. Michael A. Long haben erstmals Gehirnaktivitäten von Wellensittichen während deren vocaler Kommunikation aufgezeichnet. Die Studie wurde im März 2025 in der Fachzeitschrift Nature veröffentlicht.
Was die Forscher herausfanden
Das Team fand Cluster von Neuronen im sogenannten anterior arcopallium (AAC) des Wellensittich-Gehirns, die bei spezifischen Lauten aktiv werden – ähnlich wie die menschlichen Sprachzentren bei der Sprachproduktion. Die Wellensittiche nutzen eine Art „vokale Tastatur", mit der sie einzelne Laute präzise steuern können.
Das bedeutet: Wenn ein Wellensittich spricht, plappert er nicht einfach nach. Er verarbeitet aktiv Sprachstrukturen und erzeugt Laute kontrolliert. Das erklärt, warum einige Wellensittiche über 100 Wörter lernen und sie situativ einsetzen.
Warum das wichtig ist
Die Entdeckung könnte helfen, menschliche Sprachstörungen wie Apraxie oder Aphasie besser zu verstehen. Wellensittiche sind bislang die einzigen Tiere, bei denen ein dem Menschen ähnliches Sprachzentrum nachgewiesen wurde.
Quellen
Convergent vocal representations in parrot and human forebrain motor networks – Nature, März 2025
NYU Langone Health: Understanding Parakeet Songs Could Help Decode Speech Disorders
