Mehr als 340 Feldhamster zurück auf Sachsens Äckern
In Nordsachsen zeigt das Projekt LIFE4HamsterSaxony, wie Erhaltungszucht, Landwirtschaft und wissenschaftliche Begleitung zusammenwirken können. Nach Angaben des Sächsischen Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie wurden bislang mehr als 340 Feldhamster ausgewildert.
Erste messbare Erfolge
Ein Jahr nach dem Projektstart zieht das Landesumweltamt eine positive Zwischenbilanz: Ausgewilderte Tiere hätten sich auf den Flächen vermehrt und ausgebreitet. Wildkameras und ein umfassendes Monitoring sollen zeigen, wie sich die Population entwickelt.
Die Auswilderung ist nur ein Teil der Strategie. Auf speziell vorbereiteten Flächen werden hamsterfreundliche Kulturen erprobt, die Deckung und Feuchtigkeitsversorgung verbessern sollen. Der Zoo Leipzig übernimmt Erhaltungszucht und Auswilderung; Landesumweltamt, Landkreis und beteiligte Landwirtschaftsbetriebe kümmern sich um weitere Projektbausteine.
Mehr Lebensraum für viele Arten
Nach Angaben des Projekts wurden auf den Flächen neben Feldhamstern auch Feldhasen, Dachse, Wachteln, Steinschmätzer, Blaukehlchen und zahlreiche Insektenarten beobachtet. Das ist noch kein Beweis für eine dauerhafte Erholung all dieser Arten, zeigt aber, dass strukturreichere Ackerflächen vielen Tieren Lebensraum bieten können.
Das Ziel liegt noch vor dem Projekt
Bis 2031 soll in Nordsachsen eine eigenständige Feldhamsterpopulation entstehen. Ob das gelingt, kann erst die weitere wissenschaftliche Begleitung zeigen. Die bisherige Entwicklung ist dennoch ermutigend: Mehr als 340 Tiere wurden ausgewildert, Fortpflanzung und Ausbreitung wurden beobachtet und die Zuchtkapazitäten werden erweitert.
Die Good News ist deshalb bewusst nüchtern: Der Feldhamster ist in Sachsen noch nicht gerettet. Aber gezielte Schutzmaßnahmen zeigen messbare Wirkung – und geben einer fast verschwundenen Art eine reale Chance.
Quellen: Medienservice Sachsen / LfULG | MDR Sachsen | Zoo Leipzig
