Laubbläser: Sauberer Garten, verlorener Lebensraum

Laubbläser: Sauberer Garten, verlorener Lebensraum

· 2026-10-25 · Quelle ↗

Laubbläser: Sauberer Garten, verlorener Lebensraum

Im Herbst werden Wege und Gärten vielerorts mit Laubbläsern oder Laubsaugern gereinigt. Was ordentlich aussieht, kann für Tiere jedoch problematisch sein: Herbstlaub ist Lebensraum, Nahrungsquelle und Winterquartier zugleich.

Was lebt im Herbstlaub?

Zwischen und unter den Blättern leben unter anderem Käfer, Spinnen, Würmer, Asseln, Springschwänze und Milben. Sie zersetzen Pflanzenreste und tragen zur Bildung von Humus bei. Zugleich sind viele dieser Kleintiere Nahrung für Vögel, Igel und andere Gartenbewohner.

Der Landesbund für Vogel- und Naturschutz in Bayern (LBV) warnt in einer Mitteilung vom 20. Oktober 2026 vor dem Einsatz motorisierter Laubentferner. Nach Angaben des Verbands können die Luftströme bis zu 300 Kilometer pro Stunde erreichen. Kleine Tiere, Amphibien und Kleinsäuger können diesem Luftstrom nicht ohne Weiteres entkommen.

Laubsauger sind besonders riskant

Laubbläser können Tiere und ihre Lebensräume stören oder verdrängen. Laubsauger bergen eine zusätzliche unmittelbare Gefahr: Zusammen mit den Blättern können sie überwinternde Kleintiere, Insekteneier und Puppen einsaugen. Geräte mit Häckselwerk können die Tiere dabei töten.

Der BUND Naturschutz weist außerdem darauf hin, dass mit der entfernten Blätterschicht Nahrung und Deckung verloren gehen. Bleiben Blätter und kleine Äste auf geeigneten Flächen liegen, können sie langsam verrotten, Nährstoffe in den Boden zurückführen und ihn vor Austrocknung sowie starkem Frost schützen.

So geht es tierfreundlicher

  • Gehwege aus Sicherheitsgründen mit Besen oder Rechen freihalten.
  • Laub auf Beeten und unter Büschen beziehungsweise Hecken verteilen.
  • In einer ruhigen Ecke einen Laub- und Reisighaufen anlegen. Äste zwischen den Schichten stabilisieren den Haufen.
  • Pflanzenstängel und Samenstände möglichst bis zum Frühjahr stehen lassen: Sie bieten Insekten Unterschlupf und Vögeln Nahrung.

Ein naturnaher Garten muss im Herbst nicht vollständig aufgeräumt sein. Wo Laub sicher liegen bleiben kann, bietet es vielen Tieren Schutz, Nahrung und ein Winterquartier.

Quellen

Das Beitragsbild ist eine symbolische, KI-generierte Illustration.

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