Hitzetransporte: Warum Appelle nicht reichen

Hitzetransporte: Warum Appelle nicht reichen

· 2026-08-22 · Quelle ↗

Lebendtiertransporte bei extremer Hitze: Tierschutzbund fordert bundesweites Verbot

Hitze, dichter Lastwagenverkehr und drohende Staus können für Tiere in Transportfahrzeugen zu einer gefährlichen Kombination werden. Der Deutsche Tierschutzbund warnte deshalb am 12. August 2026 vor den Belastungen für Rinder, Schweine, Schafe und Geflügel. Der Verband fordert, Lebendtiertransporte während der Hitzeperiode bundesweit zu untersagen.

Adressaten der Forderung sind Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer und Bundesverkehrsminister Steffen Bilger. Nach Auffassung des Tierschutzbundes müssen beide Minister umgehend handeln und ein bundesweites Verbot verhängen. Damit macht der Verband deutlich, dass einzelne Appelle zur Zurückhaltung aus seiner Sicht nicht ausreichen.

Mehr Güterverkehr auf den Straßen verschärft das Risiko

Die Warnung steht in einem konkreten Zusammenhang: Wegen des niedrigen Wasserstands auf deutschen Flüssen werden nach Angaben des Tierschutzbundes mehr Güter auf die Straße verlagert. Dadurch drohen zusätzliche Staus. Für Tiere, die während hoher Temperaturen in Transportfahrzeugen befördert werden, kann eine solche Verzögerung die ohnehin belastende Situation weiter verschärfen.

Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes, bezeichnet Tiertransporte insbesondere bei Hitze als erheblichen Stress für Rinder, Schweine, Schafe und Geflügel. Wenn durch die Verlagerung des Güterverkehrs von den Wasserwegen auf die Straße noch mehr Fahrzeuge unterwegs seien, müsse mit zunehmenden Staus gerechnet werden. Für die Tiere könne die Fahrt dann zu einer Tortur werden, die nach Aussage des Verbandes mit dem Tod endet.

Fehlende Versorgung bei stundenlangem Stillstand

Ein wesentliches Problem sieht der Tierschutzbund in der Versorgung entlang der Autobahnen. Nach Angaben des Verbandes bestehen dort keine ausreichenden Möglichkeiten, wenn beladene Tiertransporter stundenlang in einem Stau feststecken. Eine geplante Fahrt kann damit durch die Verkehrslage erheblich belastender werden.

Entscheidend ist dabei, dass sich ein Stau nicht zuverlässig ausschließen lässt. Zusätzlicher Lastwagenverkehr erhöht nach der Darstellung des Tierschutzbundes das Risiko weiterer Verzögerungen. Der Verband verlangt deshalb keine bloße Empfehlung, sondern eine bundesweite Untersagung von Lebendtiertransporten während der extremen Hitze.

Warum eine bundesweite Regelung gefordert wird

Die Forderung richtet sich ausdrücklich an die Bundespolitik. Ein bundesweites Verbot würde für die Hitzeperiode eine einheitliche Vorgabe schaffen. Im Mittelpunkt steht die Vermeidung von Transporten, bei denen Tiere durch hohe Temperaturen, zusätzliches Verkehrsaufkommen und stundenlange Staus besonders belastet werden können.

Der Tierschutzbund verweist dabei auf mehrere Tierarten. Betroffen sind nach seiner Mitteilung Rinder, Schweine, Schafe und Geflügel. Die Warnung beschränkt sich somit nicht auf einzelne Transportarten oder eine einzelne Tiergruppe.

Was bedeutet die Forderung für den Tierschutz im Alltag?

Die Mitteilung zeigt, dass Tierschutz bei Transporten nicht allein von der geplanten Strecke abhängt. Auch die tatsächliche Verkehrslage spielt eine zentrale Rolle. Wenn ein beladener Transporter stundenlang nicht weiterfahren kann und an Autobahnen keine ausreichende Versorgung vorhanden ist, können Tiere den Folgen unmittelbar ausgesetzt sein.

Aus Sicht des Tierschutzbundes muss deshalb bereits verhindert werden, dass Lebendtiertransporte während extremer Hitze überhaupt beginnen. Die Verantwortung dafür sieht der Verband bei Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer und Bundesverkehrsminister Steffen Bilger.

Was Leserinnen und Leser tun können

  • Die Forderung des Deutschen Tierschutzbundes sachlich weitergeben und dabei auf die Mitteilung vom 12. August 2026 verweisen.
  • Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer und Bundesverkehrsminister Steffen Bilger nach konkreten Maßnahmen gegen Lebendtiertransporte während extremer Hitze fragen.
  • Abgeordnete und zuständige politische Stellen auffordern, sich mit einer bundesweit einheitlichen Untersagung während Hitzeperioden zu befassen.
  • Bei Diskussionen auf die vom Tierschutzbund genannten Risiken durch zusätzlichen Lastwagenverkehr, Staus und fehlende ausreichende Versorgung an Autobahnen aufmerksam machen.

Die Kernfrage ist eindeutig: Reichen Warnungen und freiwillige Zurückhaltung aus, wenn zusätzliche Staus drohen und beladene Tiertransporter stundenlang feststehen können? Der Deutsche Tierschutzbund beantwortet diese Frage mit einer klaren politischen Forderung: Lebendtiertransporte sollen während der extremen Hitze bundesweit untersagt werden.

Quelle

Quellen: Deutscher Tierschutzbund | Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat | Europäische Kommission / EFSA

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