Good News: Wildkatzen sind zurück im Barnim

Good News: Wildkatzen sind zurück im Barnim

· 2026-09-03 · Quelle ↗

Europäische Wildkatzen im Barnim genetisch nachgewiesen

Im Landkreis Barnim gibt es einen besonderen Artenschutzerfolg: Südlich von Eberswalde hat die Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde mindestens drei verschiedene Europäische Wildkatzen genetisch nachgewiesen. Den Ergebnissen zufolge handelt es sich um mindestens zwei Weibchen und ein Männchen. Nach Angaben der Hochschule ist es der erste genetisch bestätigte Nachweis im Barnim seit dem historischen Verschwinden der Art.

Die Untersuchung liefert damit mehr als einen einzelnen Hinweis auf eine durchziehende Wildkatze. Mehrere genetisch unterscheidbare Tiere wurden in demselben Untersuchungsgebiet erfasst. Dennoch lässt sich daraus noch nicht ableiten, dass im Barnim bereits eine dauerhaft ansässige Population besteht. Dafür sind weitere Untersuchungen notwendig.

Lockstöcke und Fotofallen im Wald

Für die Erfassung stellten die Forschenden von Januar bis April 2026 an 21 Standorten mit Baldrian präparierte Lockstöcke auf. Zusätzlich kamen Fotofallen zum Einsatz. Der Geruch des Baldrians lockt Wildkatzen an. Wenn sich ein Tier an einem solchen Stock reibt, können Haare zurückbleiben. Dieses Material ermöglicht anschließend eine genetische Untersuchung.

Während des Untersuchungszeitraums wurden mehr als 30 Proben gesammelt. Alle analysierten Proben konnten genetisch reinen Europäischen Wildkatzen zugeordnet werden. Die Auswertung machte außerdem eine Unterscheidung einzelner Tiere möglich. Auf diese Weise ließen sich mindestens zwei Weibchen und ein Männchen feststellen.

Die Verbindung aus Lockstöcken, Haarproben und Fotofallen ist für den Nachweis besonders wichtig: Aufnahmen können ein Tier sichtbar machen, während die genetische Untersuchung eine genauere Zuordnung der gesammelten Haare erlaubt. Im Barnim führte dieses Vorgehen zu einem eindeutigen genetischen Ergebnis.

Fundort in einem strukturreichen Privatwald

Die Nachweise stammen aus einem Privatwald bei Hirschfelde. Die Hochschule beschreibt das Gebiet als strukturreich. Zu seinen Merkmalen gehören Totholz, Laubmischwald und eine dichte Naturverjüngung. Damit ist zugleich dokumentiert, unter welchen örtlichen Bedingungen die nachgewiesenen Tiere erfasst wurden.

Dass mindestens drei verschiedene Wildkatzen festgestellt wurden, verleiht dem Ergebnis besonderes Gewicht. Es handelt sich nicht bloß um den einmaligen Nachweis eines einzelnen Tieres. Die Funde zeigen, dass eine natürliche Rückkehr der Europäischen Wildkatze auch in weitere Regionen Brandenburgs möglich ist.

Noch kein Nachweis einer festen Population

Bei aller Freude über das Ergebnis bleibt eine entscheidende Frage offen: Die bisherigen Daten belegen nicht, dass sich im Barnim bereits eine feste Population etabliert hat. Ebenso muss weiter untersucht werden, wie die Wildkatzen die Landschaft nutzen und ob zusätzliche Tiere zuwandern.

Eine fortgesetzte Erfassung ist deshalb wesentlich. Erst weitere genetische Proben und Beobachtungen können zeigen, ob dieselben Tiere erneut nachgewiesen werden, ob weitere Individuen hinzukommen und wie sich die Vorkommen entwickeln. Der genetische Erstnachweis ist somit ein bedeutender Ausgangspunkt, aber kein Abschluss der Untersuchungen.

Was der Nachweis für den Tierschutz bedeutet

Für den Tierschutz macht das Ergebnis sichtbar, wie wichtig sorgfältige und überprüfbare Erfassungen sind. Einzelne Bilder oder Sichtungen können Hinweise liefern. Die im Barnim untersuchten Haarproben ermöglichten dagegen eine genetische Zuordnung und die Unterscheidung mehrerer Tiere.

Zugleich lenkt der Fund den Blick auf die konkrete Beschaffenheit des untersuchten Waldes. Totholz, Laubmischwald und dichte Naturverjüngung prägen den Fundort bei Hirschfelde. Waldbesitzende und Verantwortliche können den Nachweis zum Anlass nehmen, solche Strukturen bei Entscheidungen über die Entwicklung von Waldflächen zu berücksichtigen und sich dazu mit zuständigen Naturschutzstellen auszutauschen.

So können Leserinnen und Leser Rücksicht nehmen

  • Lockstöcke, Fotofallen und andere Untersuchungseinrichtungen im Wald nicht berühren, versetzen oder entfernen.
  • Wildtiere nicht verfolgen, anlocken oder für eine Aufnahme bedrängen.
  • Beobachtungen mit Ort und Datum festhalten und an eine zuständige Naturschutzstelle melden, statt sich dem Tier zu nähern.
  • Hinweise und zeitweilige Vorgaben in Untersuchungsgebieten beachten.
  • Den genetischen Nachweis nicht mit dem bereits gesicherten Bestehen einer dauerhaften Population gleichsetzen.

Die Wildkatzenfunde südlich von Eberswalde sind eine ermutigende Nachricht. Sie zeigen zugleich, wie wichtig wissenschaftliche Genauigkeit bleibt: Mindestens drei Tiere sind nachgewiesen, eine feste Population dagegen noch nicht. Weitere Untersuchungen müssen klären, wie sich das Vorkommen im Barnim entwickelt.

Quelle

Quellen: Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde | Weitere Infos | Weitere Infos

Mehr zu unserer Arbeitsweise: Quellen und Transparenz.