Good News: Julie ist frei von Zirkusauftritten

Good News: Julie ist frei von Zirkusauftritten

· 2026-07-09 · Quelle ↗

Ein neues Kapitel für Julie: Letzte Zirkuselefantin Portugals erreicht Schutzort

Ein bedeutender Meilenstein im europäischen Tierschutz wurde erreicht. Julie, die letzte Zirkuselefantin Portugals und das letzte Wildtier, das noch in einem portugiesischen Zirkus verblieben war, ist im Pangea Elephant Sanctuary in der Region Alentejo angekommen. Dieser Schritt markiert das Ende der Haltung von Wildtieren in Zirkussen im Land und erfüllt eine lange überfällige Forderung von Tierschutzorganisationen.

Jahrzehnte im Dienst der Unterhaltung

Julies Geschichte begann weit entfernt von ihrer neuen Heimat. Sie kam als junges Kalb aus dem südlichen Afrika nach Portugal. Im Jahr 1988 schloss sie sich dem Circus Víctor Hugo Cardinali an. Über 40 Jahre lang war sie Teil einer Welt, in der Wildtiere für Vorführungen genutzt wurden. Erst als das Verbot für Wildtiere in Zirkussen im Jahr 2024 vollständig in Kraft trat, wurde sie aus den Auftritten genommen. Im selben Jahr verstarb ihre letzte verbliebene Gefährtin. Bis zur Ankunft im Schutzort fehlte es an einem geeigneten Platz, der den Bedürfnissen einer älteren Elefantin gerecht wird.

Rechtlicher Rahmen und praktische Umsetzung

Die Ankunft von Julie vervollständigt die Umsetzung des portugiesischen Gesetzes zum Verbot von Wildtieren in Zirkussen. Dieses Gesetz wurde im Jahr 2018 verabschiedet, trat jedoch erst im Jahr 2024 vollständig in Kraft. Die Verzögerung zwischen Gesetzgebung und praktischer Umsetzung zeigt eine wichtige Erkenntnis des modernen Tierschutzes auf: Gute Gesetze benötigen auch gute Auffangstrukturen. Ein Verbot allein reicht nicht aus, wenn danach kein sicherer Ort bereitsteht, an dem die Tiere artgerecht leben können.

Die Vereinbarung zur Übersiedlung erfolgte freiwillig mit dem Circus Víctor Hugo Cardinali. Herr Cardinali bleibt während der Eingewöhnungsphase eng eingebunden, um Julie den Übergang in ihre neue Lebensweise zu erleichtern. Dies unterstreicht, dass Kooperationen zwischen ehemaligen Haltern und Schutzeinrichtungen notwendig sind, um das Wohl der Tiere während der Transition zu sichern.

Der Schutzort Pangea: Raum und Autonomie

Das Pangea Elephant Sanctuary befindet sich im Alentejo und umfasst eine Fläche von 1.000 Acres. Es ist der erste Schutzort dieser Art in Europa. Ziel ist es, hochintelligenten und sozialen Tieren den Raum, die Autonomie und die Gesellschaft zu bieten, die sie für ein erfülltes Leben benötigen. Die Born Free Foundation ist Gründungsmitglied von Pangea. Die Vision geht auf Dame Virginia McKenna zurück, die forderte, dass Europas Elefanten in Gefangenschaft die Option auf einen transformativen Schutzort erhalten müssen.

In ihrer neuen Umgebung kann Julie ihr surroundings in ihrem eigenen Tempo erkunden. Sie erhält über acres von natürlichem Lebensraum Zugang zu expertischer Pflege. Aufgrund ihrer Vergangenheit wird sie Unterstützung bei Gesundheits- und Mobilitätsproblemen benötigen, die bei Elefanten ihres Alters und ihrer Geschichte häufig auftreten. Die Pflege wird von einem spezialisierten Team vor Ort überwacht.

Ausblick: Gesellschaft für Julie

Elefanten sind soziale Wesen, und Einzelhaltung istwidernatürlich. Daher ist geplant, dass Julie noch im laufenden Jahr Gesellschaft erhält. Es wird erwartet, dass sie später in diesem Jahr von Kariba begleitet wird. Kariba ist ebenfalls eine weibliche afrikanische Elefantin, wurde wild gefangen und ist wie Julie in den 40ern. Aktuell lebt sie allein in einem Zoo in Belgien. Zudem führt Pangea Gespräche mit anderen Elefanten haltenden Institutionen über weitere compatible Elefanten, um eine soziale Gruppe zu bilden.

Was bedeutet das für den Tierschutz?

Der Fall Julie zeigt, dass der Wandel hin zu einer tierfreien Unterhaltung möglich ist, wenn politische Entscheidungen durch konkrete Infrastruktur unterstützt werden. Es ist kein perfektes Ende, da verlorene Jahrzehnte nicht zurückgeholt werden können. Dennoch ist es ein echter Fortschritt: weniger Zirkus, mehr Würde. Dies sendet ein Signal an Europa, dass alte Ausreden nicht mehr zählen.

Wildtiere gehören nicht in Manege, Käfigwagen oder Showprogramme. Sie brauchen Lebensräume, Sozialkontakte und Schutz vor Ausbeutung. Organisationen wie die Born Free Foundation bieten Möglichkeiten zur Unterstützung an. Interessierte können sich informieren, wie sie Elefanten wie Julie und Kariba ein Zuhause geben können, regelmäßige Spenden leisten oder sich anderweitig engagieren.

Quellen

Quellen: Born Free Foundation | Weitere Infos | Weitere Infos

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