Wenn Kühe nicht mehr rentabel sind: Dokumentarfilm Butenland zu Gast in Kiel
In der modernen Landwirtschaft stellt sich eine ethisch schwerwiegende Frage: Was geschieht mit Nutztieren, sobald sie aus wirtschaftlicher Sicht nicht mehr als rentabel gelten? Dieser Thematik widmet sich eine besondere Veranstaltung in Schleswig-Holstein, die Licht in das Dunkel der industriellen Tierhaltung bringen soll. Der Dokumentarfilm BUTENLAND bietet Einblicke in ein alternatives Modell, das die Würde der Tiere in den Mittelpunkt stellt. Interessierte Tierschützer und Filmbegeisterte sind eingeladen, sich dieser wichtigen Diskussion zu stellen.
Veranstaltung im Kommunalen Kino Pumpe
Am Sonntag, 7. Juni 2026 um 17:00 Uhr findet im kommunalen Kino „Pumpe" in Kiel eine Vorführung statt, die über das reine Kinoerlebnis hinausgeht. Die Organisation dieser Veranstaltung erfolgt durch eine Kooperation zweier engagierter Gruppen. PROVIEH e.V. zeigt den Film gemeinsam mit der HSG Tierrechte | CAU Kiel. Diese Zusammenarbeit unterstreicht die Bedeutung des Themas sowohl für etablierte Tierschutzorganisationen als auch für die akademische Jugendbewegung. Der Eintritt für diese Veranstaltung beträgt 5 Euro. Damit wird ein niedrigschwelliger Zugang für die Bevölkerung geschaffen, um sich mit den Realitäten der Nutztierhaltung auseinanderzusetzen.
Die Geschichte von Hof Butenland
Der Film von Marc Pierschel begleitet die Protagonisten Jan Gerdes und Karin Mück auf ihrem Hof an der Nordseeküste. Die Biografie von Jan Gerdes ist eng mit der Entwicklung der deutschen Landwirtschaft verknüpft. Er übernahm Ende der 1970er-Jahre den konventionellen Betrieb seiner Eltern. In einem ersten Schritt der Veränderung stellte er den Hof auf biologische Landwirtschaft um. Dieser Weg war jedoch nicht das Ende seiner ethischen Entwicklung. Zwanzig Jahre später beendete er als Veganer die Nutztierhaltung vollständig. Der entscheidende Grund für diesen Schritt war sein Wunsch, keine Tiere mehr zur Schlachtbank führen zu wollen.
An seiner Seite stand seine Partnerin Karin Mück. Sie war ehemals militant engagierte Tierschützerin und unterstützte ihn bei diesem Wandel. Gemeinsam gründeten sie das erste Kuhaltersheim Deutschlands: Hof Butenland. Dieses Projekt stellt einen einzigartigen Ort dar. Es ist ein Ort, an dem Kühe einen natürlichen Lebensabend verbringen können. Der Hof demonstriert eindrucksvoll, welche Würde diese Tiere besitzen, wenn sie nicht als Produktionsmittel betrachtet werden. Diese Historie bildet das narrative Rückgrat des Dokumentarfilms.
Der Film und die Würde der Tiere
Dokumentarfilme spielen eine entscheidende Rolle im Tierschutz, da sie Zustände sichtbar machen, die im Alltag oft verborgen bleiben. BUTENLAND zeigt nicht nur die Vergangenheit des Hofes, sondern auch die Gegenwart der Tiere. Der Fokus liegt auf dem natürlichen Lebensabend der Kühe. Im Gegensatz zur konventionellen Haltung, bei der das Leben oft endet, sobald die Leistung nachlässt, dürfen die Tiere auf Hof Butenland alt werden. Der Film verdeutlicht, dass Tiere ein Eigenleben und eine Würde besitzen, die unabhängig von ihrem wirtschaftlichen Wert ist. Diese Perspektive fordert die Zuschauer heraus, das eigene Konsumverhalten und die gesellschaftliche Akzeptanz von Nutztierhaltung zu hinterfragen.
Diskussion und Aktivismus im Anschluss
Die Veranstaltung in Kiel beschränkt sich nicht auf den passiven Konsum des Films. Im Anschluss an die Vorführung gibt es ein Gespräch mit Vertreterinnen und Vertretern von PROVIEH und der HSG Tierrechte. Dieser Austausch ermöglicht es dem Publikum, Fragen zu stellen und sich über aktuelle Kampagnen zu informieren. Ein konkreter Schwerpunkt liegt dabei auf der Postkartenaktion gegen die Anbindehaltung. Diese Form der Haltung ist ein spezifisches Ziel der Aktivismusarbeit, die im Rahmen des Abends vorgestellt wird. Durch die Kombination aus Film, Diskussion und konkreter Aktionsmöglichkeit wird den Besuchern ein Weg vom Wissen zum Handeln aufgezeigt.
Handlungsaufforderung: Werden Sie aktiv
Tierschutz beginnt mit Information und setzt sich durch Engagement fort. Der Abend im Kino „Pumpe" bietet eine Gelegenheit, beides zu verbinden. Besucher sind aufgerufen, am 7. Juni nach Kiel zu kommen, den einfühlsamen Film zu sehen und Teil der Lösung zu werden. Wer sich gegen die Anbindehaltung aussprechen möchte, findet hier eine Plattform. Die Teilnahme an der Diskussion und der Postkartenaktion sind konkrete Schritte, um sich für die Rechte der Tiere einzusetzen. Werden Sie aktiv und unterstützen Sie die Vision eines Lebens ohne Ausbeutung, wie sie auf Hof Butenland gelebt wird.
