30 Großkatzen: Rettung aus Zoo Luján

30 Großkatzen: Rettung aus Zoo Luján

· 2026-08-27 · Quelle ↗

30 Löwen und Tiger verlassen den ehemaligen Zoo Luján

Eine internationale Rettungsaktion über drei Kontinente eröffnet 30 Großkatzen aus Argentinien die Aussicht auf eine bessere Zukunft. Am 17. August 2026 traten die Löwen und Tiger aus dem ehemaligen Zoo Luján in der Nähe von Buenos Aires ihre Reise in spezialisierte Schutzzentren an. Die Tierschutzorganisation VIER PFOTEN hatte die Überführung nach monatelanger Vorbereitung organisiert.

Die Tiere werden auf zwei Einrichtungen verteilt: Neun Tiger und sechs Löwen sollen im von VIER PFOTEN betriebenen Großkatzen-Schutzzentrum LIONSROCK in Südafrika leben. Ihre Ankunft wurde für den 19. August 2026 erwartet. Weitere acht Tiger und sieben Löwen erhalten ein neues Zuhause in einem Wildtierschutzzentrum im US-Bundesstaat Colorado.

Familiengruppen und vertraute Tiere bleiben zusammen

Bei der Aufteilung berücksichtigten die Verantwortlichen die sozialen Beziehungen der Großkatzen. Unter den 30 Tieren befinden sich Familiengruppen und langjährige Gefährten. Sie sollen auch in den neuen Schutzzentren zusammenbleiben.

Dort ist eine individuell abgestimmte Versorgung vorgesehen. Dazu gehört eine umfassende tiermedizinische Betreuung. Nach Angaben von VIER PFOTEN leiden einzelne Tiere unter gesundheitlichen Problemen, darunter Zahnerkrankungen und Nierenleiden. Die gezielte Behandlung soll ihnen den Beginn ihres neuen Lebens erleichtern.

Die Großkatzen hatten im ehemaligen Zoo Luján unter unzureichenden Bedingungen gelebt. Im Jahr 2025 übernahm VIER PFOTEN die Verantwortung für ihre Versorgung und begann, langfristige Lösungen zu planen.

Tiermedizinische Vorbereitung seit Herbst 2025

Der Überführung ging im Herbst 2025 eine umfassende tiermedizinische Untersuchung voraus. Dabei untersuchte VIER PFOTEN mehr als 60 Großkatzen sowie zwei Bären. Für den nun erfolgten Transport bereitete eine internationale Fachgruppe die ausgewählten Tiere über vier Tage hinweg vor.

Einige Großkatzen waren durch ein besonderes Training daran gewöhnt worden, freiwillig in ihre Transportboxen zu gehen. Andere mussten unter tierärztlicher Aufsicht sicher betäubt und anschließend in die Boxen gebracht werden. Dieses Vorgehen sollte gewährleisten, dass die Tiere innerhalb des begrenzten Zeitfensters sicher für die Reise vorbereitet werden konnten.

Zur Fachgruppe vor Ort gehörte die deutsche Wildtierärztin Julia Bohner vom Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung in Berlin. Sie betreute die Tiere medizinisch und begleitete die Vorbereitungen in Argentinien. Nach ihren Angaben erforderte insbesondere die Betäubung zahlreicher Löwen und Tiger über mehrere Tage höchste Konzentration. Bohner zeigte sich zuversichtlich, dass die Tiere die lange Reise gut überstehen würden.

Eine aufwendige Rettungsmission

VIER PFOTEN bezeichnet die Überführung als eine der größten Rettungsmissionen der Organisation weltweit. Der leitende Tierarzt Dr. Amir Khalil betonte, dass es sich nicht um eine einfache Umsiedlung gehandelt habe, sondern um eine erhebliche logistische Herausforderung. Entscheidend sei die Aussicht, den Tieren künftig spezialisierte Pflege und eine artgemäße Umgebung bieten zu können.

Die Rettungsaktion verdeutlicht, wie viele Schritte für eine verantwortungsvoll vorbereitete Unterbringung notwendig sind: tiermedizinische Untersuchungen, eine auf jedes Tier abgestimmte Vorbereitung, sichere Transporte und die Auswahl geeigneter Schutzzentren. Ebenso wichtig ist es, bestehende soziale Bindungen zwischen den Tieren zu beachten.

Was Tierfreundinnen und Tierfreunde tun können

Wer den Schutz von Großkatzen unterstützen möchte, kann sich direkt bei anerkannten Tierschutzorganisationen über deren Arbeit und konkrete Hilfsmöglichkeiten informieren. Bei Berichten über Rettungsaktionen lohnt es sich zudem, auf nachvollziehbare Angaben zu Tierzahlen, Reisezielen, medizinischer Versorgung und dauerhafter Unterbringung zu achten.

  • Originalquellen lesen und Angaben vor dem Weiterverbreiten prüfen.
  • Gezielt nach Möglichkeiten fragen, seriöse Tierschutzarbeit zu unterstützen.
  • Bei Einrichtungen mit Wildtieren auf transparente Informationen zur Haltung und tiermedizinischen Betreuung achten.
  • Auch nach einer Rettung verfolgen, wie die Tiere in ihren neuen Schutzzentren versorgt werden.

Quelle

Quellen: VIER PFOTEN – Internationale Rettungsaktion | SENASA / Argentinische Regierung | Associated Press

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